Hochseilgarten
In luftigen Höhen
Einzelne Elemente von Hochseilgärten (Bezeichnungen: High ropes course, Hochseilpark, Abenteuerpark, Hochseil Klettergarten,….) lassen sich betreffend ihrer Entstehung nicht datieren. Einzelne Elemente wurden schon früh im spielerischen Bereich oder bei Trainings unterschiedlicher Art eingesetzt. Die entscheidende Entwicklungsphase trat ein, als diese Einzelelemente zu einem Gesamtparcours zusammengefügt wurden (Kurt Hahn bei Outwoard Bound bzw. in den USA in den frühen 60er Jahren) und in seiner Gesamtheit für die unterschiedlichsten Zielsetzungen verwendet wurde.
Die verschiedenen Anwendungsbereiche decken ein große Bandbreite von Möglichkeiten ab, wie zum Beispiel: Teamentwicklung, Führungskräftetraining, Fun Olympiaden, Geschicklichkeits- und Gleichgewichtstraining, Therapiebereich, Persönlichkeitstraining, Schulsport....
Aus diesem Grund erfordern die unterschiedlichen Anwendungsbereiche auch einen differenzierten Aufbau. Zum Beispiel soll bei der Teamentwicklung ein bestimmter Seminarinhalt (Gegenseitig vertrauen,....) durch elementar erlebtes gefestigt werden. Bei einer Fun Olympiade wiederum stehen Geschicklichkeitsübungen und Spaß bei der Gruppenaktivität im Vordergrund usw. Eines der wesentlichen Grundelemente ist jedoch, dass für alle Teilnehmer völlig neue Aufgabenstellungen unter sehr hoher psychischer und emotioneller Anspannung durchgeführt werden sollen. Unabhängig von der Zielsetzung bei den einzelnen Gruppen ergibt sich bedingt durch die Höhe und die neuen, ungewohnten Bewegungsmuster eine scheinbare Bedrohung. Die Teilnehmer bewegen sich in einer Höhe, die instinktiv als gefährlich empfunden wird. Daraus ergibt sich eine erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit verbunden mit einer hohen psychischen Anspannung.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer kein Vertrauen in die Sicherungselemente haben. Je nach Trainingsaufbau kann dieses Vertrauen mehr oder weniger schnell hergestellt werden. Das ist jedoch auch davon abhängig, welcher Effekt mit dem Hochseilgarten erzielt werden soll. Längere Vertrauensübungen im Bodenbereich forcieren den Gewöhnungseffekt.
Der Hochseilgarten
10 bis 12 mm dicke Stahlseile oder Schienensysteme sind zwischen Bäumen, Pfählen oder an Gebäuden in unterschiedlicher Höhe montiert. Diese dienen einerseits zur Sicherung und andererseits werden sie dazu verwendet, Elemente daran zu befestigen, auf denen zwischen den Standplätzen balanciert wird.
Hochseilgarten Ausrüstung Trainer
Gurt, Helm und Schuhe wie beim Gast. Als Gurt ist ein gepolsterter Arbeitsgurt empfehlenswert.
Sicherheitsausrüstung:
- 1 Seil mit der doppelten Länge der höchsten Abseilstelle + 5 Meter,
- 1 Steigklemme oder Kurzprusik
- 1 Trittleiter oder Steigschlingen
- 3 Karabiner
- 1 Abseilachter
- Erste Hilfe Ausrüstung
- 1 Stahlseilrolle
- 1 Grigri
- 1 Trillerpfeife
- 1 Messer.
- Das Interventionssystem mit Bergesystem muss vorbereitet sein, gestopft im Seilsack.
Hochseilgarten Durchführungsprinzipien
- Es darf niemand zu Übungen gezwungen werden. Im speziellen soll ein eventueller Gruppenzwang auf ängstliche Teilnehmer durch den Guide nicht verstärkt werden. Der Guide hat die Aufgabe im Zweifelsfall regulierend einzugreifen, wenn erkennbar wird, dass die psychischen Anforderungen für einen Teilnehmer nicht vertretbar sind.
- Vom leichten zum Schwierigen.
- Wer sich nicht an die Sicherheitsrichtlinien hält muss den Hochseilgarten verlassen.
- Immer nur 1 Person pro Station am Seil
- Bei allen Stationen in denen Teilnehmer dynamisch in den Bodenbereich kommen (Riesenleiter, Giant Swing, Flying Fox, Pamper Pole) darf die Sicherung erst dann geöffnet werden, wenn der Landebereich 100%ig frei ist und auch alle Umstehenden darauf aufmerksam gemacht wurden, dass jemand in den Bereich hineinschwingt oder abgeseilt wird.

